AOP-Coding-Assistent · Hilfe
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Bedienungsanweisung — AOP-Coding-Assistent

Vollständige Anleitung für Anwenderinnen und Anwender (Kodierfachkräfte, Ärztinnen und Ärzte). Eine kürzere Betriebs-/Deployment-Variante steht in BEDIENUNG.md; die Funktionsweise der Engine in FUNKTIONSWEISE.md und ENGINE.md.


1. Wozu dient die App?

Der AOP-Coding-Assistent prüft einen deutschsprachigen OP-Bericht dokumentations­ basiert auf:

  • ICD-10-GM- und OPS-Hinweise,
  • AOP-Relevanz nach §115b SGB V (ambulantes Operieren),
  • Hybrid-DRG-Vorprüfung,
  • Dokumentationslücken und Rückfragen an den Operateur,
  • eine Vergütungsschätzung (Punkte/€) und Revisionssicherheit.
Die App ist eine Entscheidungsunterstützung. Sie ersetzt keine Kodierfachkraft, keinen Grouper, keine ärztliche Verantwortung und keine MD-/Rechtsprüfung. Alle Vorschläge sind gegen die aktuelle Jahres-/Katalogversion zu prüfen.

2. Start

Keine Installation nötig.

  • Direkt: web/index.html im Browser öffnen, oder
  • lokaler Server: python3 -m http.server 8000 im Ordner web/, dann

http://127.0.0.1:8000, oder

  • bereitgestellte Adresse des Hauses aufrufen.

Die App wird bei jedem Aufruf frisch vom Server geladen — es werden keine Cookies gesetzt und nichts im Browser-Cache gespeichert (Auslieferung mit Cache-Control: no-store; bewusste Betreiber-Entscheidung für gemeinsam genutzte Rechner, seit 2026-06-09). Dafür ist eine Internetverbindung erforderlich; einen Offline-Modus gibt es nicht mehr. Einstellungen, importierte Kataloge und gelernte Regeln bleiben weiterhin lokal im Browser (localStorage/IndexedDB).


3. Analyse in 4 Schritten

1. Rahmen setzen (linke Spalte):

  • Abrechnungsjahr wählen.
  • Fachbereich wählen.
  • Prüfziel wählen:
  • AOP-/Hybrid-DRG-Prüfung — Standard für ambulante OPs.
  • Kodieroptimierung — maximale, belegbare Kodierschärfe.
  • Stationäre Begründung prüfen — Kontextfaktoren + Setting-/Vergütungsvergleich.
  • MD- und Kürzungsrisiko prüfen — strengste Prüfung.

2. OP-Bericht einfügen in das große Textfeld. Deutscher Freitext genügt. Nennen Sie: Diagnose, Prozedur, Seite, Zugang/Technik, Befund, Komplikationen, Anästhesie, Entlassfähigkeit/Überwachung (siehe MUSTER-OP-Bericht.md).

3. „Analyse starten" klicken.

4. Auswertung lesen (rechte Spalte) — siehe nächster Abschnitt.

Schnell-Kodierung aus Stichwort (ohne OP-Bericht)

Unter dem Prüfziel gibt es das Feld „Schnell-Kodierung aus Stichwort":

1. Ein Wort oder kurzer Satz genügt (z. B. „Leistenhernie rechts", „Hoden", „Appendektomie") → „Diagnose & Codes vorschlagen" (oder Enter). 2. Es erscheint eine anhakbare Auswahl-Liste mit bis zu 5 Diagnosen (ICD-10-GM) und 5 Eingriffen (OPS):

  • Exakte Treffer sind vorangehakt.
  • Ähnliche Begriffe (Wortstamm-/Katalog-Treffer, z. B. „Hoden" →

Hodentorsion N44.-) sind unangehakt und mit „ähnlicher Begriff – bestätigen" markiert.

  • Abgeleitete Vorschläge (z. B. Diagnose → typischer Eingriff) tragen den

Hinweis „abgeleitet – bestätigen". 3. Aktionen: „Auswahl übernehmen & prüfen" schreibt die angehakten Einträge als Mini-Bericht ins Berichtsfeld und startet die Vollanalyse; „Auswahl kopieren" kopiert die Liste als Text; „Schließen" blendet sie aus.

Tippfehler und Kurzformen werden toleriert („Apendix", „Appendy" → Appendizitis). Mit geladenen Katalogen durchsucht die Schnellsuche zusätzlich den kompletten ICD-/OPS-Katalog volltextlich.


4. Die Auswertung verstehen

Die Auswertung hat sechs Tabs: Codes (alle Vorschläge, umschaltbar auf „nach Absicherung": sicher vs. Optimierung), Vergütung & Simulation (Erlös, Setting-Vergleich, OPS-Toggles, erlösrelevante Faktoren, DRG-Kennzahlen, QS), Prüfpunkte (Widersprüche + Lücken/To-dos + 11-Punkte-Dokumentationscheck, mit Zähler), Bericht (Empfehlung + idealer OP-Bericht), Audit-Trail (Entscheidungsspur) und Fazit (Kurzfazit, am Ende der Leiste).

  • Leitkennzahlen oben: Revisionssicherheit (revisionssicher / mit Auflagen /

Kürzungsrisiko / nicht abrechnungsreif) und geschätzte Vergütung.

  • Prüfpunkte – Lücken/To-dos: oben steht das höchste Kürzungsrisiko. Zu jeder

Lücke gibt es die konkrete Rückfrage, mit der sie geschlossen wird; Widersprüche und der 11-Punkte-Dokumentationscheck stehen im selben Tab.

  • Kodevorschläge (ICD/OPS): jede Zeile zeigt **Code · Klartext · Konfidenz ·

Beleg. Aufklappen (Pfeil rechts) öffnet die Abrechnungskette**.

  • Aufgeklappte OPS-Zeile zeigt strukturiert in Tabellenform:
  • OPS-Katalog / AOP-Katalog: Datei, Trefferzahl, Code-Liste, Beispiel,
  • EBM Anhang 2: Subkodes, GOP, Hygienezuschlag,
  • Vergütung (Schätzung): GOP-Kette → € (extrabudgetär hervorgehoben). Enthält

OP-GOP, Überwachung, Behandlung, Anästhesie, Förder- und Hygienezuschlag; erfasste Sachkosten werden fallbezogen extrabudgetär zugerechnet.

  • Konfidenz-Logik: Ohne Textbeleg nie „hoch"; KI-Vorschläge nie „hoch".
  • Spalte „fehlende Angaben": Jede Kode-Zeile listet die Angaben, die für einen

endständigen bzw. besser belegten Kode noch fehlen (z. B. Seite, Material, Technik). Bei Mittellinien-Eingriffen (z. B. Zirkumzision, Nabelhernie) wird keine Seitenangabe verlangt – dort gibt es anatomisch keine Seite.

  • **Stamm-OPS (z. B. 5-791.):* Statt nur des Stammkodes zeigt die Zeile direkt die

endständigen Schlüsselnummern der Gruppe. Nennt der Bericht eine Körperregion (z. B. Klavikula, Humerus), werden die passenden Endstellen vorgefiltert und hervorgehoben; eine im Text erkannte Technik (z. B. Platte, Schraube, Marknagel) verfeinert den Stammkode automatisch zur passenden Endstelle.

  • Klick auf OPS-Titel: zeigt die anderen Schlüsselnummern der OPS-Gruppe (Endstellen).
  • Klick auf Diagnose-Titel: zeigt mögliche Prozeduren/DRGs (Textähnlichkeit).
  • Tab „Vergütung & Simulation" – erlösrelevante Faktoren: Abhängig von der Hauptdiagnose

des Berichts bietet der Tab anklickbare Faktoren in drei Gruppen: Befund/Schweregrad der Hauptdiagnose (z. B. Einklemmung, beidseitiger Eingriff, Rezidiv), Nebendiagnosen mit CC/MCC-Potenzial (Diabetes, Herz-/Niereninsuffizienz, COPD, Adipositas, Gerinnungsstörung) und Kontextfaktoren (Anlage 2) (z. B. Antikoagulanzien-Dauertherapie). Beim Anklicken wird die Wirkung sofort im Szenario gezeigt: möglicher DRG-Split derselben Familie (z. B. G24D → G24B bei schweren CC oder beidseitigem Eingriff), Wegfall der ambulanten Durchführung bei Notfall- konstellationen, Aufhebung der Hybrid-Pflicht durch Kontextfaktoren – jeweils mit dem nötigen Doku-Hinweis (DKR D003). Tags zeigen, ob ein Faktor bereits im Bericht erwähnt oder als ICD vorgeschlagen ist. Schätzung, kein zertifizierter Grouper.

  • Bei Prüfziel Stationäre Begründung: Setting-Vergleich ambulant / Hybrid-DRG /

aG-DRG.

  • Ausgabe per Kopieren / Drucken / Export (MD, JSON, FHIR) übernehmen.
  • Auf dem Smartphone ist die Ansicht einspaltig: Nach der Analyse springt die

Seite automatisch zur Auswertung; die Abschnitte (Fazit, Codes, …) sind als wischbare Chips dargestellt.


5. Kataloge laden & pflegen

  • Automatisch: Sind Server-Kataloge vorhanden, lädt die App sie beim Start selbst.
  • Manuell: Katalogverwaltung → Katalogtyp wählen → Katalog importieren

(XLSX/XLS/CSV/TXT/JSON). Der Import bleibt lokal im Browser (IndexedDB), die Datei wird nicht hochgeladen.

  • „Kataloge aktualisieren" zieht erneut vom Server.
  • Paket exportieren/importieren: sichert alle lokalen Kataloge als JSON bzw. lädt

sie in einem anderen Browser.

Katalogtypen: AOP-Katalog Anlage 1, AOP-Kontextfaktoren Anlage 2, Frakturzuschläge Anlage 3, OPS, ICD-10-GM, EBM Anhang 2, Hybrid-DRG.

Ohne geladene Kataloge sind Vorschläge mit „Vorläufiger Vorschlag, Referenzkatalog nicht geprüft" gekennzeichnet.

6. Eigene Regeln anlegen

  • Button „Als Regel speichern" an einer Kode-Zeile macht ein Befund→Kode-Muster

künftig regelbasiert (ohne KI) erkennbar.

  • Regeln gelten lokal sofort. Ist ein Server konfiguriert, wird die Regel

zusätzlich als Vorschlag zur Freigabe übermittelt (Toast: „… als Vorschlag zur Freigabe an den Server übermittelt"). In den geteilten Regelbestand gelangt sie erst, nachdem die Betreiberin/der Betreiber sie in der internen Ansicht angenommen hat (Moderation; abgelehnte Vorschläge werden nicht erneut eingereiht). Keine Patientendaten in Regeln aufnehmen.

  • Verwaltung der Regeln über regeln.html.

7. Optionale Einstellungen

  • Regionaler Punktwert (ct/Punkt): Default ist der Orientierungswert 12,7404 ct.

Eigenen KV-/Regionalwert eintragen, damit die €-Schätzung regional passt.

  • Sachkosten / Material (€): optional. Fallabhängige Sachkosten (z. B. Implantat,

Material) stehen in keinem EBM-/Anhang-2-Katalog. Wird hier ein €-Betrag erfasst, rechnet ihn die Schätzung extrabudgetär (außerhalb MGV/RLV) hinzu.

  • Anästhesie: Die Anästhesie-GOP (z. B. 31822) ist im AOP-Komplex hinterlegt und

wird in der geschätzten Vergütung mitgerechnet (extrabudgetär). Sie wird in der Praxis i. d. R. vom Anästhesisten abgerechnet – der Wert dient der Gesamtschau.

  • KI-Ergänzung (optional, opt-in): Häkchen setzen + Endpunkt (z. B.

/suggest-codes; akzeptiert werden nur relative, gleiche-Origin-, localhost- oder HTTPS-Adressen). Wird nur für nicht ableitbare Kodes und nur online aufgerufen. Vor dem Versand wird der Text anonymisiert; bei unsicherer Anonymisierung wird der Aufruf blockiert.

  • Versand-Vorschau: Vor jedem KI-Aufruf zeigt ein Dialog den exakten

anonymisierten Text (Ersetzungen hervorgehoben). Erst der Klick auf „Geprüft – senden" löst den Versand aus; Abbrechen liefert das regelbasierte Ergebnis ohne KI. Ein Häkchen „für diese Sitzung nicht mehr fragen" unterdrückt die Vorschau bis zum nächsten Laden der Seite. Ergebnisse sind „KI-Vorschläge (zu prüfen)". Datenschutzhinweise: SICHERHEIT-DSGVO.md.


8. Datenschutz im Alltag

  • Die Standardanalyse läuft lokal – der Bericht verlässt das Gerät nicht.
  • Der eingegebene Berichtstext wird bewusst NICHT gespeichert: Ein Neuladen der

Seite leert das Berichtsfeld (Datenschutz an gemeinsam genutzten Rechnern). Einstellungen (Prüfziel, Kataloghaken, Punktwert) bleiben erhalten.

  • Zur Verbesserung der App wird ein anonymisiertes Nutzungs-Protokoll geführt

(Stichwörter der Schnellsuche mit maskierten Ziffern, benutzte Funktionen, Geräteklasse). Niemals wird Berichtstext übertragen; die IP-Adresse wird nur als gekürzter Hash verarbeitet. Details: SICHERHEIT-DSGVO.md.

  • Für Tests keine echten Patientendaten verwenden.

Feedback zur App

Unter den Einstellungen gibt es das Feld „Feedback zur App": Freitext eintippen und absenden – die Rückmeldung geht an die Betreiberin/den Betreiber und fließt in die Weiterentwicklung ein (CAPA-Prozess). Keine Patientendaten in das Feedback schreiben; vor einer etwaigen KI-Auswertung wird der Text serverseitig zusätzlich anonymisiert.


9. Fehlerbehebung

SymptomUrsache / Lösung
„Referenzkatalog nicht geprüft"Katalog importieren oder „Kataloge aktualisieren".
Vorschläge fehlen / nur StammkodeTechnik/Seite im Bericht ergänzen (Endständigkeit).
Innere Bereiche scrollen nichtBehoben: je Spalte gibt es nur noch einen Scrollbereich (mobil scrollt die ganze Seite). Tritt es dennoch auf, bitte über das Feedback-Feld melden.
Neue Version wird nicht geladenKann nicht mehr vorkommen: jeder Aufruf lädt frisch vom Server (no-store). Einmal neu laden genügt.
App lädt nicht / weiße SeiteInternetverbindung prüfen — die App benötigt das Netz bei jedem Aufruf (kein Offline-Modus).
„KI-Ergänzung blockiert"Anonymisierung unsicher – Patientendaten manuell entfernen und erneut starten.
KI-Dialog erscheint vor jedem VersandGewollt (Versand-Vorschau). „Für diese Sitzung nicht mehr fragen" anhaken.
Geteilte Regel erscheint nicht bei KollegenRegel wartet auf Freigabe durch die Betreiberin/den Betreiber (Moderation).
„KI-Endpunkt nicht erreichbar"Offline oder Endpunkt falsch – die regelbasierte Analyse bleibt gültig.
Vergütung = „—"EBM Anhang 2 + Punkte laden bzw. Eingriff nicht ambulant abrechenbar.

10. Grenzen

  • Keine verbindliche Kodierung, kein Grouper, keine Rechtsverbindlichkeit.
  • Vergütungswerte sind Schätzungen (× Punktwert) und gegen die Abrechnung zu prüfen.
  • Stationäre DRG werden nicht simuliert; bei stationärer Begründung dient der

Setting-Vergleich nur der Orientierung.

  • Maßgeblich bleiben die aktuelle Jahresversion, Kodierfachkraft, ärztliche

Verantwortung sowie MD-/Rechtsprüfung.